Reeperbahn

Puristisch gesehen ist die „Reeperbahn“ (auch „Kiez“ genannt) ist eine knapp einen Kilometer lange Straße westlich der Hamburger Altstadt, die sich vom Millerntor nach Westen bis hin zum Stadtteil Altona erstreckt, wo sie am Nobistor in die Königstraße übergeht. Jedoch hat sich der Begriff „Reeperbahn“ hat sich im Laufe der Jahre als Synonym für das gesamte Hamburger Vergnügungsviertel St. Pauli mit seinen Seitenstraßen etabliert.

Ihre Anfänge kann man schon bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Neben den zahlreichen Etablissiments und einschlägigen Läden befinden sich hier auch viele Kleinkunsttheater, Restaurants, Musikclubs und Discotheken Die „sündige“ Meile, wie die „Reeperbahn“ oft genannt wird, verdankt ihren Namen den Reepschlägern. Etwa von 1600 bis 1880 nutzten hier die Reepschläger diese Fläche mit viel Baumbestand um Schiffstaue, Reep genannt, herzustellen. So wurde der Name im 18. Jahrhundert auf die daneben verlaufende Straße zwischen Hamburg und Altona einfach übertragen. Ab 1830 bebaute man die Nordseite der Reeperbahn mit Wohnhäusern, während die gegenüberliegenden Gebäude erst 30 Jahre später in Form von Jahrmarkt- und Theaterbauten entstanden. Damals war dieser Platz, der von jeher „Spielbudenplatz“ heißt, eine Ansammlung hölzerner Buden, die Erfrischungen, Vorführungen und Akrobatik boten. Auch heute noch kann man hier vielfältige Vorführungen bestaunen.

Durch die Hafennähe und die damit verbundenen Besucher, vor allem Matrosen, wurde die Reeperbahn beizeiten zu einem multikulturellen Ort. Auch immer mehr Hamburger wurden durch die Volkstheater, Bierhallen, Ballhäuser und Musikpaläste angezogen. Die Reeperbahn entwickelt sich außerdem in den sechziger Jahren zu einem Mekka der Rockmusik. Hier spielten von den Beatles bis zu den Searchers einige Rockbands, die später zum Teil weltberühmt wurden.

Großstadtbordelle, Striptease-Lokale und Peep-Shows beherrschten in den siebziger und achtziger Jahren das Straßenbild und auch heute noch kann man(n) hier zahllosen Vergnügungen nachgehen. Hier ist das älteste Gewerbe der Welt zu Hause. Auch die entsprechenden einschlägigen Einkaufsmöglichkeiten laden ein, Dessous, Sexspielzeug und andere Dinge für die schönste Nebensache der Welt zu kaufen. Herren können hier auch der berühmt-berüchtigten Herbertstraße einen Besuch abstatten und die zahlreichen Verlockungen hinter den Schaufenstern bewundern. Damen ist hier übrigens der Zutritt verwehrt.

Da sich hier aber auch wieder „normalen Restaurants“, Clubs und Theater angesiedelt haben, wurde die Reeperbahn auch wieder zu einem Anziehungspunkt für die Hamburger Bewohner selbst, denn auch, wer einfach nur in geselliger Atmosphäre einen Cocktail trinken möchte, ist hier richtig.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*