Ohnsorg Theater

„Wi snackt Platt“, so kennt und liebt man es – das Ohnsorg Theater. Anno 1902 erschien im „Hamburgischen Correspondenten“ eine kleine Anzeige, aufgegeben von Richard Ohnsorg, dem Namenspatron des Theaters und seinen vom Theater begeisterten Freunden. Ein Jahrhundert später – über einhundert Mitarbeiter, 160.000 Zuschauer pro Spielzeit und einem Millionenetat ist daraus eine hochprofessionelle Bühne geworden.

Das Ohnsorg Theater hat seine Bühne in einem ehemaligen Lager- und Kontorgebäude und gehört mit einer Portalbreite von 6,50 Meter, einer Portalhöhe von etwa 3 Meter wohl eher zu den kleineren Theatern. Hochdeutsch wird auf dieser Bühne nur das Weihnachtsmärchen gespielt, ansonsten wird hier platt gesnackt. Das Ensemble der traditionsreichen Bühne des Ohnsorg Theaters geht jedes Jahr auf Tournee. In einer Spielzeit geht zirka 600 Mal der Vorhang im Hamburger Umland, ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Nur am 24. Dezember bleiben in jedem Jahr die Bretter, die die Welt bedeuten leer. An diesem einen Tag darf sich das Ensemble des Ohnsorg Theaters eine Pause zum verschnaufen gönnen.

Seit dem Jahr 1954 werden die Aufführungen des Theaters auch im deutschen Fernsehen gesendet. Um die Hürde des Plattdeutschen für Zuschauer zu nehmen, welche nicht aus dem niederdeutschen Sprachraum kommen, werden diese Aufzeichnungen nicht im reinen Platt gesprochen. Man bedient sich hier dem sogenannten Missingsch, eine stark an das norddeutsche angelehnte Form des Hochdeutschen. Durch die Fernsehausstrahlungen in den 60er und 70er Jahren wurde das damalige Ensemble mit Heidi Kabel, Henry Vahl, Ernst Grabbe, und vielen mehr bundesweit bekannt. Nachdem die „plattdeutschen“ Theaterstücke derart erfolgreich wurden, startete man auch mit dem Komödienstadel, der bayrischen Version. Der NDR drehte im Jahr 1996 sogar eine Familien-Fernsehserie, welche unter dem Titel „Die Ohnsorg’s“ lief. An dieser Serie beteiligten sich alle damaligen Schauspieler des Ohnsorg Theaters.

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